
Vielen ist er von Kindesbeinen an ein vertrauter Anblick: der “Riwwelmaddes”. Dieser urwüchsige Germane, mit seiner üppigen Bart- und Haartracht, dem charakteristischen Helm mit Büffelhörnern und Schild vor dem Leib, ziert bekanntlich das 10 Meter hohe Sandsteinmonument im Darmstädter Herrngarten.
Mit viel Enthusiasmus plante der Prinz-Emil-Veteranenverein ein Denkmal, das an Treue und Tapferkeit der Großherzoglich Hessischen Truppen erinnern sollte. Viel Pomp und Trara bei der Einweihung am 9. Juni 1852 auf dem Marienplatz. Seine königliche Hoheit, Großherzog Ludwig III von Hessen und bei Rhein, war zugegen, und auch zahlreiche Bürger der “Haupt- und “Residenzstadt” wollten bei dem Ereignis dabei sein. Seinerzeit lebte auf dem Dippelshof bei Traisa ein gewisser Matthias Riebel, der bei früheren Feldzügen mit von der Partie war. Angeblich wurde er zum Modell für den urigen Teutonen erkoren. Wie dem auch sei, als das Standbild feierlichst enthüllt wurde erkannten die Veteranen ihren Kameraden wieder: “Des is ja de Riewel Matthes!!”, riefen sie. Daraus wurde in Laufe der Zeit Riwwelmaddes.
Johann Baptist Scholl der Jüngere (1818-1881), war der Sohn des gleichnamigen Hofbildhauers und Mitarbeiters von Georg Moller. Er hatte den Auftrag angenommen und jenes rührend komische Monument geschaffen, das seit 1902 im Herrngarten seinen Platz gefunden hat.



