
Laut dem Deutschen Depeschendienst hat die Darmstädter Künstlerkolonie Mathildenhöhe aus Sicht des Landesamtes für Denkmalpflege gute Chancen auf einen Weltkulturerbe-Titel. «Die Mathildenhöhe könnte eine Lücke auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO füllen», sagte der Präsident des Landesamtes, Gerd Weiß. Die Reformarchitektur des 20. Jahrhunderts sei bisher unterrepräsentiert.
Die zwischen 1901 und 1914 entstandene Mathildenhöhe steht laut Weiß europaweit ohne Vergleich da. Die Anmeldung bei der UNESCO werde allerdings noch viele Jahre dauern, da Deutschland nur einen Vorschlag pro Jahr einreichen darf.
Die Bebauung der südlichen Mathildenhöhe durch die von Großherzog Ernst Ludwig 1899 gegründete Künstlerkolonie führte ab 1900 zu der heutigen Gestalt, die durch den Hochzeitsturm von 1906 und das Ausstellungsgebäude aus dem Jahre 1908 (auf dem Wasserreservoir stehend), jeweils vom Architekten Joseph Maria Olbrich entworfen, beherrscht wird. Ein weiteres markantes Gebäude auf der Mathildenhöhe ist die Russische Kapelle. Das Wasserbecken vor der Russischen Kapelle stammt von Albin Müller.
„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verpflichtet sich mit den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, die Erhaltung, Pflege, Sanierung, bauliche Ergänzung und städtebaulich-architektonische Weiterentwicklung der Künstlerkolonie voranzutreiben. Alle Kräfte, die dazu beitragen können, werden gebündelt und in eine Gesamtkonzeption eingebunden. Die Mathildenhöhe mit ihren Ausstellungen, Museen, Führungen, Festen und Veranstaltungen ist ein lebendiger kultureller Mittelpunkt im Herzen Darmstadts. Diese Eigenschaft ist zu erhalten und zu stärken”, so Darmstadts Kulturdezernent, Oberbürgermeister Walter Hoffmann, am 15. Juli 2009.



